71% der Deutschen fürchten sich vor dem Bundestrojaner
Verfasst von maze am 25. Juli, 2008
71% der Deutschen fürchten sich vor dem Bundestrojaner…
Ingo Wolf hatte sie, Joachim Herrman hat sie und Wolfgang Schäuble will sie: die Online-Durchsuchung. Die ist allerdings nicht so harmlos, wie sie sich anhört. Das findet mittlerweile nicht nur die Piratenpartei, der Chaos Computer Club (CCC) und das Bundesverfassungsgericht, sondern die Mehrheit der Deutschen.
Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS-Emnid fürchten sich 71% der Deutschen davor, dass der Staat unberechtigterweise ihre privaten Daten ausspäht.
Dagegen standen nur 27%, die sich „nicht besorgt“ zeigten und 2%, die keine Angaben machten. Damit schließen sich die Bürger den Ansichten des Bundesverfassungsgerichtes an, welches bereits im Februar entschieden hatte, dass das heimliche Ausspähen von Daten bis auf wenige Ausnahmefälle unverhältnismäßig und daher verfassungswidrig ist. Am größten ist die Angst in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo gar 78% der Befragten die Angst vor der Computerverwanzung haben. In Nordrhein-Westfalen ist die Angst mit unter zwei Dritteln, nämlich 63%, am geringsten. Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass die Angst bei jungen Menschen höher ist als bei älteren. So gaben 78% der unter 30-Jährigen an, Angst vor der Computersabotage zu haben, während die über 60-Jährigen lediglich zu 62% dieser Auffassung sind.Diese Erkenntnisse sind insbesondere vor dem Hintergrund der immer wieder neu aufkommenden Diskussion über die Einführung des Bundestrojaners beunruhigend. Die bayerische CSU hat bereits auf eigene Faust den Bayerntrojaner für das LKA durchgesetzt. Ab dem 1. August dürfen demnach bayerische Ermittler in fremde Computersysteme eindringen und diese ausspionieren. Auch auf Bundesebene ist die Computerverwanzung als Bestandteil der BKA-Novelle geplant.
Quelle: yahoo.com

