zwei null null acht

…so mit Demokratie und so…

Finger weg vom Fingerabdruck!

Verfasst von maze am 25. Juli, 2008

Finger weg vom Fingerabdruck!

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung lehnt das geplante Vorhaben ab, Personalausweisinhaber künftig biometrisch und elektronisch erfassen zu lassen. Man rät den Bürgern, die Aufnahme der “Authentisierungs- und Signaturfunktionen” in ihren Ausweis abzulehnen, um so die Verbreitung eines elektronischen Kennkartenzwangs zu verhindern. Handelt es sich dabei um eine Sicherheits, Überwachungs- oder gar um eine Industriesubventionierungsmaßnahme?

“Automaten und Internetangebote könnten wir zunehmend nur noch nutzen, wenn wir mit der Chipkarte unsere Identität offenbaren”, kritisiert Florian Altherr vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. “Es ist eine absurde Vorstellung, im Supermarkt oder am Briefkasten seinen Ausweis vorzeigen zu müssen. Mit dem elektronischen Personalausweis soll eben dies im virtuellen Leben Realität werden.”

Anstatt auf die Angebote der Shops im Internet sicherheitshalber zu verzichten, sollte man bei Zwangsregistrierungen lieber das System durch Angabe von Fantasienamen und -daten aushebeln.
Der AK Vorrat kritisiert darüber hinaus, dass die gesammelten Daten inklusive Foto nicht kontrollierbar sind. Diese landen automatisch in verschiedenen Datensammlungen, wo sie von diversen Sicherheitsbehörden abgeglichen werden können. “Der Gipfel des Unfugs ist die freiwillige Aufnahme von Fingerabdrücken, die gerade Straftäter ja gar nicht treffen wird.

Die zunächst freiwillige Abnahme soll nur den Weg für eine baldige Zwangsabnahme ebnen.” Gerechtfertigt wurden die Pläne mit dem Argument, man will damit einen Ausweismissbrauch unmöglich machen. In ihrer Pressemitteilung spricht der AK Vorrat von 0,01% Fällen, bei denen die Identität eines Dritten vorgetäuscht wurde. Handelt es sich hierbei tatsächlich um die Abwendung von drohenden Gefahren durch Fälscher oder geht es vielmehr um eine effektivere Überwachung der Bürger beziehungsweise darum, die Industrie zu subventionieren? Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die herrschende Ausweispflicht ein Überbleibsel aus der Nazizeit ist.

1938 wurde die sogenannte Kennkarte von der Regierung Adolf Hitlers eingeführt, um die Bevölkerung besser kontrollieren und jüdische Mitbürger einfacher verfolgen zu können. Anders als etwa in Großbritannien wurde der deutsche Ausweiszwang nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgehoben. In Deutschland existieren Personalausweis- und Passregister über jeden gemeldeten Bürger, auf die die Behörden auch elektronisch zugreifen können.
Seit Mai 2008 ist eine Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsspeicherung von Passdaten und -bildern anhängig. Gegen den Zwang zur Abgabe von Fingerabdrücken für Reisepässe liegt dem Bundesverfassungsgericht ebenfalls eine Verfassungsbeschwerde vor. Sollte man den Ausgang der laufenden Verfahren nicht lieber abwarten, bevor neue Maßnahmen in Angriff genommen werden?
Quelle: vorratsdatenspeicherung.de

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