US-Provider überwacht das Surfverhalten der Kundschaft
Verfasst von maze am 28. Juli, 2008
US-Provider überwacht das Surfverhalten der Kundschaft…
Ein weiterer Fall von gezielter Kundenüberwachung hat sich den USA bei dem Internetanbieter EMBARQ zugetragen. In diesem Fall sollte das Internetverhalten der Kunden genauer unter die Lupe genommen werden. Allerdings hat es das Unternehmen versäumt, eine offizielle Bekanntgabe dieses Vorhabens zu tätigen. Somit wurden mehr als 25.000 Kunden ohne deren Einverständnis auf Schritt und Tritt im Internet überwacht. Eine Tatsache, die nicht nur US-Datenschützer auf die Palme bringen dürfte.
Mit den umfassenden Ergebnissen will die Entwicklungsabteilung von EMBARQ nun an einer neuartigen Werbe-Technologie arbeiten.
Da nun bekannt ist, wonach viele der Kunden im Internet die Augen offen halten, könne man nun viel zielgerichteter werben. Stattgefunden hat diese Analyse in einer der kleinsten Einrichtungen im US-Bundesstaat Kansas.
Über den genauen Anfangszeitpunkt der Studie wurde bislang keine Aussage getroffen. Kritische Zungen mutmaßen, dass es sich um einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gehandelt haben soll. Anfang dieses Jahres fand die Analyse sein offizielles Ende und die gesammelten Erkenntnisse konnten ausgewertet werden. Mehrere Datenschützer haben bereits angekündigt, gegen dieses Vorhaben vorgehen zu wollen. Es sei lediglich noch abzuklären, ob es sich dabei um eine juristische Grauzone handelt. Gewiss hätten es sich die Kunden von EMBARQ gewünscht, über dieses Vorhaben persönlich oder zumindest durch eine kurze E-Mail informiert zu werden. Darauf verzichtete das Unternehmen allerdings und entschied sich dafür, lediglich eine Zeile darüber in der Privacy-Policy zu verlieren. Mehrere unabhängige Beobachter, darunter Datenschützer und Rechtsanwälte, prüfen den Fall nun auf seine Rechtmäßigkeit. Unterstützt wurde der Provider bei seinen Vorhaben von der Firma NebuAd, welche sich auf Online-Marketing spezialisiert hat.
In der Chefetage von EMBARQ und NebuAd ist man sich einig. In ihren Augen waren haben sich beide Firmen im Bereich der Legalität bewegt. Schließlich habe man das Verhalten der Kunden lediglich in Kategorien eingeteilt. Beispielsweise wurde die Suche nach Damenschmuck in die Liste eingetragen, allerdings nicht wer suchte und wann diese Suche getätigt wurde. NebuAd selbst lebt von diesen und ähnlichen Deals mit den Providern, um gezielt Werbung schalten zu können. Einige Datenschützer behaupten dass es sich hierbei um eine Ausnahme handeln soll, die ans Tageslicht gekommen ist. Und wieder einmal erlebt die Kundschaft eine Lehrstunde, dass man immer das Kleingedruckte lesen und dies stets im Auge behalten sollte.
Quelle: gulli.com

