zwei null null acht

…so mit Demokratie und so…

Bloggen 2.0

Verfasst von maze am 21. Januar, 2009

So, nach über einem Monat Pause (auf Grund von viel Arbeit, wenig Freizeit, bißchen Krankheit und zugegenermaßen auch ein kleines bißchen Erschöpfung durch den täglichen Kampf gegen Kinderpornographie und Terrorismus), habe ich mich heute entschlossen wieder aktiv zu bloggen!

Der Grund dafür ist, neben ein bißchen Langeweile, auch dieses seltsame Gefühl im Bauch.
Vielleicht kennt der ein oder andere dieses Gefühl, dass man so bekommt bei dem Gedanken daran, dass bald alles noch viel schlimmer wird. Leider kamen da heute noch einige Ereignisse hinzu, bei denen sich der Gedanke aufdrängt:

„Nicht schon wieder, das kann doch echt nicht sein!“

Das Gefühl hatte ich letztes Jahr geschätzte 365 Tage, nur an Weihnachten war mal Ruhe, auch wenn’s wieder Socken gab, aber der PC blieb an diesem Tag auch aus.

Angefangen hat es heute mit einer relativ unspektakulären Meldung zu einem brisanten Thema: Der Verein Carechild kritisiert die grandiosen Pläne von Herrn Schäuble, Wirtschaftsminister Glos und Familienministerin von der Leyen zur Internetzensur.

Mal ganz abgesehen davon, dass solche Spielereien nahezu unwirksam und zur effektiven Bekämpfung von Kinderpornographie eher kontraproduktiv sind, wurde besonders Frau von der Leyen für ihre Pläne kritisiert: Gesperrte Seiten sollen in einer Blacklist gesammelt werden. Diese Sperrlisten wecken natürlich starkes Interesse und könnten zu einer Art Einkaufsführer werden, wenn sie erstmal veröffentlicht werden. Klar ist natürlich auch, dass dort Seiten landen werden, die mit Kinderpornographie nichts zu tun haben!

Damit die Achse des Bösen komplett ist, äußerte sich heute auch Herr Ziercke und forderte die Online-Durchsuchung nicht nur 3-4 mal pro Jahr bei Terrorismus-Verdächtigen einzusetzen, sondern auch bei organisierter Kriminalität!

Gut, das überrascht jetzt nicht wirklich, traurig nur, dass uns mittlerweile auch die Möglichkeit genommen wurde zu sagen „Siehste, wir haben’s euch doch gesagt!“.
Denn mittlerweile ist wohl jedem klar geworden, dass alle Maßnahmen, die unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung eingeführt wurden, kurz nach Einführung auf alle möglichen Bereiche erweitert werden und unsere Freiheit noch weiter einschränken.

Es lohnt durchaus den kompletten Artikel auf heise.de zu lesen, so wie das klingt würde Herr Ziercke wohl am liebsten jeden Rechner grundsätzlich erst nach Unbedenklichkeitsprüfung durch das BKA online lassen!

Erfahrungsgemäß lässt sich Herr Schäuble natürlich nicht durch solche trivialen Forderungen abhängen und legt nach: Herr Schäuble fordert jetzt auch das Surfverhalten jedes Internetusers aufzuzeichnen.

Auf vorratsdatenspeicherung.de ist dazu zu lesen:

Der neue Vorstoß des Bundesinnenministers ist im Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes“ vom 14.01.2009[1] versteckt. Jeder Anbieter von Internetdiensten wie Google, Amazon oder StudiVZ soll danach künftig das Recht erhalten, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen – angeblich zum „Erkennen“ von „Störungen“. Tatsächlich würde der Vorstoß die unbegrenzte und unbefristete Speicherung jeder Eingabe und jedes Mausklicks beim Lesen, Schreiben und Diskutieren im Internet legalisieren. Die Surfprotokolle dürften an Polizei, Bundeskriminalamt, Geheimdienste sowie an die Unterhaltungsindustrie herausgegeben werden. Eine richterliche Anordnung ist nicht vorgeschrieben, eine Beschränkung auf schwere Straftaten nicht vorgesehen.

Wenn ich nicht schon einen Blogeintrag mit dem Titel „Der Anfang vom Ende“ veröffentlicht hätte, wäre er wohl heute passender.

Naja, wenigstens wieder was zu tun für die nächsten Monate, auf gehts!

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